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Das Imperium schlägt zurück
Das Undenkbare war eingetreten: In Brands Hatch ging der Gesamtsieg zum ersten Mal seit dem Saisonauftakt nicht an Nolimit Motorsport. Henrik Stoldt vom Team Motorsport4all beendete die unglaubliche Siegesserie des Topteams in der ESL Touring Car Championship. Somit war klar, dass die Topfahrer von Nolimit Motorsport – allen voran Mathias Heisig, seines Zeichens in Spa-Francorchamps traditionell stark, und Marcel Tie im nur mit 5kg beladenden Seat Leon TDI – sich noch besser auf das Rennen in den Ardennen vorbereitet haben. Außerdem stellte sich die Frage, ob es Michael Müller mit 65kg wieder fertig bringen würde.
Im Qualifying zahlte sich diese Vorbereitung aus: Bei feuchten Streckenverhältnissen kam es darauf an, zum richtigen Zeitpunkt die optimalen Streckenverhältnisse zu treffen. Die Qualifikation war ein Schlagabtausch zwischen den beiden Favoriten Heisig und Tie, aber auch Dennis Bräuninger von Digital Motorsport mischte sich in den Kampf um die Pole Position ein.
In den entscheidenden Minuten konnte sich Letzterer allerdings nicht mehr steigern und musste auch noch Patrick Vester durchlassen, so dass Nolimit Motorsport mal wieder die ersten drei Plätze belegte. Mit gerade mal 10 Tausendstelsekunden Vorsprung konnte sich Marcel Tie (2:33.450) mit der Dieselpower im teaminternen Kampf gegen den Volvo-Fünfzylinder von Heisig durchsetzen. In der zweiten Reihe Vester und Bräuninger, dahinter Timo Wurbs, Georg Kiefer, Thomas Kiefer (mit 50kg!) und Christopher Kalinowski.

Lauf 1

Der Kampf um den Sieg in Lauf 1 wurde bereits beim Start entschieden: Marcel Tie setzte sich an die Spitze und war das ganze Rennen über stets einen kleinen Tick schneller als Mathias Heisig. Dahinter büßte Vester die dritte Position am Start gegen Bräuninger ein, während Wurbs in der Eau Rouge einen Quersteher zu verzeichnen hatte und auf P8 zurückfiel.
Eine meisterschaftsvorentscheidende Kollision spielte sich im Mittelfeld ab: Markus Vogt verlor bei seinem ersten Grid 1-Auftritt nach starker Quali wie Wurbs in Eau Rouge Schwung, wurde weit zurückgeworfen und versuchte, verlorenen Boden in der Les Combes-Schikane wieder gut zu machen. Dabei traf er Frank te Wildt, was eine Kettenreaktion auslöst, an deren Ende der Meisterschaftszweite Marcel Wernicke (B-free Alive) in die Wiese geschossen wurde und ans Ende des Feldes zurückfiel.
Michael Müller stellte einmal mehr seine Rennintelligenz in Kombination mit ein wenig Glück unter Beweis, als er nach P17 in der Quali schon zur Rennhälfte in den Top 10 aufkreuzte. Einen weiteren Platz bekam er geschenkt, als Patrick Vester sich in Pif-Paf ins Kiesbett verabschiedete und sich hinter dem Tabellenführer wieder einsortierte.
Zur Rennhälfte waren Tie und Heisig dem Feld enteilt, dahinter setzte sich Georg Kiefer im Kampf um P3 gegen Dennis Bräuninger durch. Fünfter war Christopher Kalinowski vor Timo Wurbs und Thomas Kiefer. Um P8 entbrannte eine epische schlacht zwischen Norman Tuchel, Patrick Vester, Michael Müller und einem heranstürmenden Markus Vogt. Tuchel wehrte sich mit Leibeskräten und allen Tricks, doch in der letzten Runde überschlugen sich die Ereginisse: Mit vereinten Kräten ließen Vester und Müller den Digital Motorsport-Piloten auf der Außenbahn in Rivage verhungern, auch Vogt ging vorbei. Tuchel drehte sich daraufhin in Turn 11, nur Sekunden später vollzog Markus Vogt das unglaublichste Manöver der eTC-Geschichte: Er überholte Patrick Vester in der superschnellen Pouhon-Kurve, ein Platz, an dem sonst niemand auch nur ernsthaft einen Angriff in Erwägung ziehen würde. Michael Müller musste wieder um seinen achten Platz zittern, doch behielt er gegen Vogt beim Showdown in den letzten Kurven die Oberhand. Damit noch nicht genug: Christopher Kalinowski ließ sich auf P8 zurückfallen, um Michael Müller weitere Punkte zu überlassen. In diesem höchst umstrittenen Akt von Teamorder sicherte sich Müller die siebte Position, Kalinowski wurde Achter, Vogt und Vester musste sich mit P9 und 10 zufrieden geben. Unangefochten gewann Marcel Tie das Rennen vor Heisig, G. Kiefer, Bräuninger, Wurbs, T. Kiefer, Müller und Kalinowski.

Lauf 2

Das zweite Rennen begann mit einer Massenkarambolage, die in mehreren Teilen des Feldes in mehreren unabhängig voneinander ablaufenden Kollisionen ausgelöst wurde. Opfer des Crashes waren u.a. Georg Kiefer, Norman Tuchel, Mathias Heisig und Chris Giltjes, die durch den Crash oder die Folgen weit zurück geworfen wurden. Der erste Führende des rennens hieß Thomas Kiefer, aber nur solange, bis Michael Müller den Piloten der Scuderia Rapido in die Mauer beförderte und auf P5 zurückwarf. Somit musste sich nun Timo Wurbs mit drei Nolimitern auseinandersetzen:
Vorne Müller, auf P3 Tie und auf der vierten Position Kalinowski. Wurbs versuchte bereits früh einen Angriff auf Müller, der ihn jedoch trotz 65kg so geschickt abblockte, dass Wurbs in die Fänge von Marcel Tie geriet, der den HP-Piloten fast das gesamte Rennen beschäftigen sollte. Das Duell wurde mit unerbittlicher Härte, aber fair ausgefochten. Müller fuhr dadurch einen Vorsprung heraus.
Dahinter kämpften T. Kiefer und Dennis Bräuninger nicht weniger hart um die fünfte Position. Marcel Wernicke schaffte es immerhin noch, sich bis zum Ende auf die siebte Position zu verbessern. Den zweiten Platz in der Meisterschaft musste der BMW-Pilot in Diensten von B-free Alive dennoch abgeben. Die Hoffnungen Christopher Kalinowskis auf ein gutes Resultat wurden durch eine vom Spiel verhängte Stop & Go Strafe zerschlagen, so dass nun Patrick Vester die vierte Position übernahm. Vorne schaffte es Timo Wurbs in der letzten Runde tatsächlich, den bärenstarken Seat Leon TDI von Marcel Tie wieder zu bezwingen. Und innerhalb dieser letzten Runde brachte er es fertig, den Vorsprung von Michael Müller einzustampfen. Es kam zum Showdown in der Bus Stop Schikane, in der Wurbs Müller niederrang und auch in La Souce die Innenbahn okkupierte. So reichte es für Wurbs im Spurt zur Ziellinie zum Sieg in Lauf 2 vor Müller, Tie, Vester, T. Kiefer, Bräuninger und te Wildt.

Gesamtwertung und Grid 2

Das Imperium hat also zurück geschlagen; der Gesamtsieg ging wieder an einen Fahrer von Nolimit Motorsport: Marcel Tie (388 Punkte) setzte sich gegen Timo Wurbs (370) und Michael Müller (347) durch. Aus Grid 2 schafften Benno Höft (284), Wolfgang Hans (252) und Felix Hansen (228) den Sprung in Grid 1. Das nächste Rennen findet am 13.01.2011 in Monza statt.



Screenshots: Benjamin Thiermann | Bericht: Heiko Stritzke

paynt, Tuesday, 11/01/11 21:45
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Race 07 Fahrerwertung Touring Car Championship 2010 #2
Gesamtwertung, inkl. Auswertung
 
comments (5)
 
 
Schöne News ;)
Jawoll, Markus Vogt mit dem unglaublichsten Manöver :D - das war aber auch geil ^^
Der Titel gefällt mir^^
Ich weiß schon wie die nächste News aussieht ;)
Super geschriebener Artikel, sehr geil :D
Und danke für das Lob des "unglaublichsten Manövers" - Das hat mir auch viel Spaß gemacht da vorbei zu gehen =)

Hoffe morgen gibts wieder tolle Rennaction, nur weiß ich nicht genau wie ich das Manöver noch toppen soll ^^
Hat einer ne Idee? ;-)
the empire strikes back
 
 
 
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