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Der Aufstand der EPS-Zwerge ist gescheitert
Das Viertelfinale der EPS als Offline Event, das gab es noch nie. Die Premiere des Studio iSNGs in Köln war auch spielerisch ein Experiment, vier Best-of-Fives an einem Nachmittag. Die Ergebnisse lassen dabei mehr Klarheit vermuten, als gegeben war.
Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise von fragster zur Verfügung gestellt.

HasuObs spielt souveräner als er zugibt - gerade im Lategame

Das einzige PvP im Viertelfinale hat das iSNG eröffnet. Die beiden Spieler waren zuvor in der Saison nicht aufenander getroffen. In wichtigen PvPs bei den EPS-Cups haben sowohl HasuObs als auch RINE durchwachsene Leistungen gezeigt, beide haben jeweils eben so viele Partien gewonnen wie verloren. Gegenüber readmore vermutete HasuObs, dass “RINE wohl das größte Trainingspensum von allen Viertelfinalisten” hatte. Keineswegs erwartete er also einen Durchmarsch.

Auf der ersten Map Daybreak gelang es RINE nach einer frühen Expansion HasuObs Push abzuwehren. Aufgrund seiner besseren Economy konnte Christoph ‘RINE’ Müller anschließend sogar selbst aggresiv werden. Im Studio wurde gesagt, er habe den Moment verpasst, in dem er HasuObs hätte besiegen können. “Die Frage ist, ob ich ihn überhaupt finishen kann,” erklärt RINE allerdings nach dem Spiel. “Vielleicht hätte ich besser nicht anreifen sollen, sondern den Vorteil runterspielen.” Der Angriff nämlich, der ließ beide Spieler wieder gleichauf kommen. Im Lategame jedoch kann HasuObs bei ausgeglichenen Verhältnissen seine Erfahrung ausspielen und die erste Map für sich gewinnen.

Auf der zweiten Map Shakuras Plateau hatte RINE eigentlich schon gewonnen. Mit Blink Stalkern und Warp Prism hatte er gegen HasuObs Expansion das bessere Opening. Doch dann der Fehler: “Ich habe mir mein Warp Prism von unten abschießen lassen.” Eigentlich hätte dieser Fehler von RINE das Spiel nicht entscheiden müssen, schließlich hatte er zuvor sehr viel Schaden an der Economy von HasuObs angerichtet. RINE erklärt, was passiert ist: “Ich bin noch einmal blöd in seine Armee gelaufen und Dennis hat mir meine Armee sehr gut gesplittet.” RINE auf den beiden ersten Maps jeweils mit einem Vorteil, doch ohne die Erfahrung, solche Vorsprünge in Siege umzuwandeln.

Auf Entombed Valley dann zunächst eine Wiederholung der ersten Map: RINE expandiert und hält den Angriff HasuObs ab. Es sieht eigentlich danach aus, als würden beide Spieler sich wieder auf ein Lategame einstellen. Beide Spieler bewegen ihre Armeen jedoch für einen Moment in die Kartenmitte. “Eigentlich dachte ich, ich hätte eine kritische Masse an Kolossen”, analysiert Christoph Müller. “Doch er hatte eine Armee, die auf offenem Feld viel mobiler ist mit Archons und Blink Stalkern. Ein Kampf an der falschen Position und RINE verliert seine Armee. HasuObs gewinnt das Viertelfinale mit 3-0, doch die ersten beiden Maps hätten auch anders ausgehen können, was die mentale Verfassung RINEs auf der letzten Map natürlich verändert hätte.

monchi noch zu nervös auf seinem ersten Offline-Event

Anders als HasuObs und RINE sind die beiden Spieler Jonathan ‘DarKFoRcE’ Belke und Philipp ‘monchi’ Simon während den EPS-Cups bereits aufeinander getroffen. Im dritten EPS-Cup konnte sich im Halbfinale DarKFoRcE auf den Maps Antiga Shipyard und Cloud Kingdom durchsetzen, monchi hatte keinen Mapgewinn zu verbuchen. Vor dem Spiel war bereits vermutet worden, dass monchi sehr stark auf 2-base-pushes setzen würde.

Die Startmap Cloud Kingdom zwischen DarKFoRcE und monchi wurde ins Super-Late-Game gezogen. Der Österreicher zwischenzeitlich mit mehr als 9000 Mineralien auf der hohen Kante, beide Spieler mit mehreren Tausend an Gasreserven. Während Jonathan Belke seine überschüssigen Drohnen in Spine Crawler auf der ganzen Map investiert, ist Philipp Simon gezwungen, sie einfach zu Opfern. Die hohen Ressourcen-Stände spielten am Ende aber keine Rolle, wie monchi erklärt: “Wir haben gar keine Armeen abgetauscht, deswegen war das nicht wichtig.” Er erklärt das “gefailte Opening” für verantwortlich. Tatsächlich hatte monchi zu Beginn eine Probe eingeklemmt und deswegen schon im Nachteil. “Ich hatte ein falsches Mindset”, erklärt der 21-jährige Protoss. “DarKFoRcE hat sehr frühe Broodlords gespielt” und gegen “eine Zerg Lategame Army ist es eben sehr, sehr schwer”. monchi verliert den großen Abschlusskampf und muss die erste Map abgeben.

Auf Antiga Shipyard ist der Strategiereichtum aufgrund der Map etwas eingeschränkt. “Antiga Shipyard ist zwar sehr beliebt”, beschreibt monchi, “doch es ist fast immer 3-base gegen 3-base.” DarKFoRcE bescheinigt er auch auf dieser Map ein “extrem starkes Timing”. Ganz im Gegensatz zur Auftaktmap entwickelt sich Antiga Shipyard zu einem “Low Eco Game”. Beide Spieler haben wieder ihre typischen Lategame-Armeen mit Broodlords und Infestoren auf der einen, Archons, Stalkern und Kolossen auf der anderen Seite. “Am Ende bin ich gegen die Fungals gestorben.” Tatsächlich schafft es DarKFoRcE über die Spielzeit eine Zahl von 18 Infestoren aufzubauen. Dagegen sind Stalker und Archons hilflos - der Zerg gewinnt auch die zweite Map.

Shakuras Plateau als dritte Map sieht dann deutlich mehr nach Standard aus. Während die Kommentatoren Dennis ‘Take’ Gehlen und Dennis ‘HasuObs’ Schneider ein schlechtes Micro der Kolossi gegen die Roaches als Grund für die Niederlage ausgemacht haben, liegen für monchi die Fehler auf der dritten Map ganz woanders: “Ich war aufgrund DarKFoRcEs Führung zu unsicher.” Für den jungen Österreicher war es das erste Offline-Event, da ist eine “leichte Nervösität noch verständlich. “Ich habe das vierte Gas an der Expansion erst viel zu spät genommen und konnte deswegen DarKFoRcEs Push gar nicht aufhalten”, so das Fazit monchis nach der dritten Niederlage.

HasuObs wird im Halbfinale andere Mittel gegen DarKFoRcE anwenden

Damit heißt das erste Halbfinale für die EPS Finals Ende April HasuObs gegen DarKFoRcE. Für Jonathan Belke wird es das erste Mal als Spieler auf den EPS Finals sein. Es wurde Zeit für den besten Zerg Deutschlands, auch im eigenen Land Erfolge einzufahren. DarKFoRcE hat mit den Spielen gegen monchi schon eine Vorausschau auf das Halbfinale gegeben, dass wieder ein ZvP sein wird. Doch HasuObs weiß gegen Zerg Lategame anders zu spielen. “Gegen Broodlords brauchst du im Endgame Carrier”, ist das Credo HasuObs auf dem Studio iSNG.

Socke kann in der Topbegegnung nicht überzeugen

Die Partie ClouD gegen Socke war die auf dem Papier ausgeglichenste der Viertelfinalspiele. Der in Deutschland lebende Italiener gegen den Deutschen Meister, beide auch international mit respektablen Leistungen. Während der Saison trafen sich Carlo Giannacco und Giacomo Thüs im allerersten Turnier. Dort gewann ClouD auf Taldarim Altar und Shakuras Plateau, Socke entschied Antiga Shipyard für sich.

Auf Daybreak hat Socke Probleme mit ClouDs Marine-Marauder-Medivac-Build gezeigt. Er versuchte, ClouD mit Archons aufzuhalten. “Zealots und Kolosse wären für ihn besser gewesen”, gibt selbst ClouD zu. Socke jedoch sieht die Probleme woanders: “Ich habe den Push schlecht ausgeführt.” Und mit der Mapübersicht war auch nicht alles perfekt: “Gegen den Drop hätte ich unbedingt besser stehen müssen.” Nachdem Carlo Gianacco Sockes Nexus an der dritten Basis zerstört, überrennt er den Deutschen Meister dank besserer Economy einfach mit weiterhin M&M&M.

Entombed Valley hingegen sah deutlich besser aus für Socke. ClouD hatte die Map überinterpretiert. “Normalerweise sind Kolossi auf dieser Map richtig schlecht, deswegen spielt sie keiner. Ich hätte nie gedacht, dass Socke wirklich auf Kolossi gehen würde.” ClouD deswegen schon mit der falschen Erwartungshaltung auf dieser zweiten Map. Socke entschied sich nämlich doch für Kolosse. Für ihn gab zwei wesentliche Gründe für den Sieg auf dieser Map: “Hier hatte ich Observer”, was natürlich seine Übersicht erheblich verbesser hat und er “konnte einen Teil der Armee abgreifen”. Beide Faktoren führten zum ersten Mapausgleich beim iSNG in Köln.

Auf Metropolis entschied sich Socke für eine Fast Expansion. Damit lief er ClouD in die Arme: “Es ist ein Schere-Papier-Prinzip mit den Openings.” Seine Expansion sei nicht übermäßig riskant gewesen, doch “er hatte kein 2-Rax-Opening erwartet. Socke erkennt außerdem einen Micro-Fehler: “Ich hatte meinen Stalker auf Hold Position.” Eine kritische Steller ergab sich mit dem Bunker, den ClouD direkt neben den Nexus bauen konnte: Mit dem letzten Schuss schaffte es der Marauder, den Nexus zu zerstören. Der Vorschlag von Take und HasuObs auf dem Stream, mit Chronoboost die Schilde schneller reparieren zu lassen, ist jedoch nutzlos: “Regeneration mit Chronoboost hätte keinen Unterschied gemacht”, erklärt Socke, “die Regeneration fängt erst an, wenn zwei Sekunden lang kein Schaden gemacht wurde. Da der Marauder jedoch konstant schoss, gab es keine Chance zum reparieren.

Auch die vierte Map Antiga Shipyard wurde zügig entschieden. ClouD entschied sich für einen Build mit frühem Hellion-Drop in die Mainbase mit gleichzeitigem Marine-Medivac-Angriff auf die Expansion von Socke. “Ich habe den Drop natürlich nicht gesehen,” gibt Socke zu verstehen. “Ich bin fest davon ausgegangen, dass er Expansion spielt, mit so einem Push habe ich nicht gerechnet.” Für ClouD steht fest: “Er hat heute nicht optimal gespielt.” Speziell zur letzten Map meint Carlo: “Last map was tilt.” Bemerkenswert ist vor allem ClouDs Rückhalt bei den Zuschauern: Auch wenn es nur zwei Dutzend Besucher im Studio waren, hallten nach dem Sieg “Carlo, Carlo”-Rufe durch das EPS Studio.

Delphi gibt herausgespielte Vorteile leichtfertig her

Die Partie Han Sang ‘biGs’ Cho gegen Lukas ‘Delphi’ Hilgers war die Überraschungspartie des Viertelfinals. Eigentlich hätte kAra spielen sollen, doch dieser musste wegen einer wichtigen Klausur absagen. kAra wäre Protoss gewesen, was man bei biGs von seinen Spielen gegen Protoss zu erwarten hat, konnte dieser bereits bei seinen beiden Turniersiegen bei den EPS-Cups Vier und Fünf zeigen. Dort gewann er jeweils die Halbfinalspiele und Finalspiele immer gegen Protosse. Delphi jedoch ist Zerg, die Erwartungshaltung also wieder offen.

Zunächst ging es im Zerg-Mirror auf Antiga Shipyard. Für Delphi war der kritische Moment der Overseer-Scout: “Ich habe einen Overseer als Scout durch seine Basis geschickt. Doch der Infestation Pit wurde gerade kurz danach erst gebaut.” Deswegen hatte Delphi im Roaches gegen Roaches Kampf sich zwar ursprünglich einen Vorteil verschafft, die Taktik des Genfers dann jedoch falsch interpretiert. Gegen die hinzukommenden Infestoren hatte der Deutsche kein effektives Mittel mehr.

Die Map Daybreak zeigte ein Lategame im ZvZ. biGs überzeugte dabei mit einer Methode, um im Broodlord-Tech aufzuholen. Bei annähernd gleicher Economy leiß er sich auf einen partiellen Basetrade ein, er selbst jedoch droppte mit der gesamten Armee in die Mainbase von Delphi, während Delphi auf die Expansions von biGs gehen musste, wegen der geringen Mobilität der Broodlords. Dass es überhaupt erst soweit kommen musste, war schade für den Deutschen: Eigentlich hatte er zur Verteidigung gegen unsichtbar krabbelnde Infestoren Spine Crawler um einen Spore Crawler herum stehen. “Ich habe aber die Infestoren reingelassen, weil ich gerade in dem falschen Moment ausgewurzelt habe.” Das falsche Timing hat ihm einen großen Midgame-Vorteil geraubt.

Auf Cloud Kingdom lief es wie in der ersten Map auf Roaches und Infestoren hinaus. Wieder war Delphi nach dem Early Game etwas im Vorteil. biGs jedoch, mit etwas mehr Erfahrung, erkannte die Schwachstellen von Delphi. Dieser erklärt: “Eigentlich war ich ecotechnisch vorne.” Doch Cloud Kindom ermöglich einen Angriff über eine Flanke. Delphi hatte keinen Xel’Naga Tower kontrolliert, an dieser Flanke schlechten Creepspread und keinen Overlord auf diesem Seitenweg scouten lassen. Dadurch war biGs Tür und Tor geöffnet: “Ich hatte an einer einzigen Stelle keine Defense gebaut”, gibt Lukas Hilgers offen zu. “Er hatte perfekt angegriffen.” Damit ging das letzte der vier Viertelfinalspiele mit 3-0 an den schweizer Favoriten.

Halbfinale ClouD gegen biGs: ClouD in Zugzwang


Die zweite Halbfinalpartie wird in Köln also ClouD gegen biGs sein. ClouD hat einen knappen Monat Zeit, sein TvZ aufzubessern. In den letzten EPS-Cups ist er stets gegen Zerg ausgeschieden - Zweifach gegen DarKFoRcE, einmal gegen eben biGs selbst. Über biGs ZvT-Stil hingegen ist ebenso wenig bekannt wie über seinen ZvZ-Stil. Dass er aber nicht berüchtigt sein muss, um Gegner abzufertigen, hat er bei seinem ersten Auftritt vor Deutscher Kulisse eindrucksvoll gezeigt.
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meth, Monday, 02/04/12 11:03
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comments (10)
 
 
wird verdammt spannend die halbfinal partien!

Tippe auf HasuObs und Cloude im Finale, obwohl biGs nicht schlecht gespielt hat war Delphi einfach nicht stark genug für die Viertelfinal spiele.
HasuObs wirds gegen Darkforce vllt kein einfaches match haben, aber denke schon das er das machen wird.

Finale HasuObs vs Cloude. Was denkt ihr?! :D
Ich denke es wird so ausgehen:

1. HasuObs
2. biGs
3. Cloud
4. Darkforce

Aber lassen wir uns mal überraschen ;)

Würde Hasu aufjedenfall seinen ersten EPS Titel in SC2 wünschen, jetzt wo Socke nicht mehr im Rennen ist.
Ich bin der Meinung

1. mTw.css
2. team Alternate.css
3. n!faculty.css
4. logix e.V.
Es gab nochnie vorher ein Viertelfinale von daher kann es dieses auch nochnie Offline gegeben haben :p
Ich denke es wird so ausgehen:

1. biGs
2. Darkforce
3. HasuObs
4. Cloud
Ich bin der Meinung.
VERSUS ZERSTÖRT DIE LADDERS!
smirnoff wrote:
Ich bin der Meinung.
VERSUS ZERSTÖRT DIE LADDERS!


Passt zwar hier net so dazu aber muss ich dir zustimmen!!!!
smirnoff wrote:
Ich bin der Meinung.
VERSUS ZERSTÖRT DIE LADDERS!
Versus is cool :)
Da sieht man deinen Skill xD ... Let's Go 4 Gather
 
 
 
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